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Freitodforum für JZ und andere Gläubige
 

Herzlich willkommen in diesem anspruchsvollen, äußerst vielseitigen besonderen Freitodforum!

Da dieses Forum mit seinem theokratischen Grundtenor anders ist, als die üblichen Freitodforen mit ihren jungen Nutzern und in gewissem Sinne als radikal (lat. = an die die Wurzel gehend) bezeichnet werden kann, dürften sich von ihm kurzum alle objektiven und reifen Denkernaturen angesprochen fühlen. Überdies braucht sich hier niemand zu registrieren, um lesen, schreiben und antworten zu können.

Sind wir mehr Täter oder Opfer allen Unrechts auf der Welt? Die richtige Konsequenz aus dieser heiklen Frage ist sowohl für Jehova als auch uns persönlich von eminenter Wichtigkeit. Da wir alle vor ihm mehr oder minder unter massivster Kollektivschuld stehen, gibt es eigentlich nur 2 Alternativen: Entweder sich lebenslang auf das Predigtwerk von Jehovas Zeugen festnageln zu lassen, oder - durch berechnendes Kalkül - noch vor Harmagedon sozusagen die Kurve kratzen und durch den Tod in einen reinen Stand vor unserem Schöpfer gelangen (Röm. 6:7). Pauschale Vergleiche mit Judas liegen mir fern, aber Letzteres dürfte sowohl für "Schwache" und "Niedergedrückte" als auch jene "Starken" am besten sein, die durch hoch potente Kunst, Kultur, Musik oder Sport - in unverdorbener "Reinkultur" wohlgemerkt - zumindest in ihren jungen Jahren heute schon ein Stück Vollkommenheit antizipieren, welche Jehovas Zeugen lediglich abstrakt predigen. - Viele meiner jahrzehntelangen direkten und indirekten Beobachtungen, Erwägungen, Recherchen etc. untermauern derart ketzerische Thesen, deren Bestätigung man allerdings aus verständlichen Gründen bestenfalls "zwischen den Zeilen" der Bibel erwarten darf.

Als seit nunmehr 14 Jahren inaktiver Zeuge Jehovas glaube ich nach wie vor fest an die meisten liebsamen und unliebsamen Wahrheiten meiner ehemaligen Glaubensbrüder, welche jedoch mit den geoffenbarten noch nicht erschöpft und auch "zwischen den Zeilen" der Bibel zu finden sind. Vieles im Worte Gottes deutet z. B. darauf hin, dass im messianischen Königreich die - auferstandenen - Toten noch vor den Harmagedon-Überlebenden Vollkommenheit erlangen werden, nicht nur weil sich "vor Gott kein Fleisch rühme"[n darf] (1. Kor. 1:29). - So notwendig der Predigtdienst von Jehovas Zeugen gegenwärtig auch noch ist, sind sie heute dennoch pharisäerhafter und selbstgerechter denn je und schreien geradezu nach dezent-intelligenter göttlicher Bestrafung, die bei Jehova sogar in der Belohnung erfolgen kann!

Hinsichtlich der prekären Freitod-Frage bliesen Jehovas Zeugen noch Anfang der 80er gedankenlos ins gleiche Horn wie die Kirchen. Obwohl sie diesbezüglich mittlerweile etwas differenzierter geworden sind, erreichen sie dabei noch lange nicht die diplomatische Weisheit Jehovas. Gewiss, in der Bibel finden sich 3 Suizidfälle in negativem Licht, das zwar jedermann zum eigenständigen Denken anregt, indes aber dahin gehend - im Gegensatz zu vielem anderen - kein konkretes Verbot enthält. Ob nun Torheit oder Tugend liegt auf der Hand, aber gerade dieses eigenständige Denkvermögen ist bei Jehovas Zeugen heute arg verpönt, obwohl es bereits ein gewisses Maß an Vollkommenheit antizipiert und nicht nur pauschal betrachtet werden kann.
Ferner zeugt ein dogmatisches Suizid-Verbot von mangelnder Gottes- und Menschenkenntnis sowie Lieblosigkeit gegenüber den "Schwachen", für die Jehova jene Option (Freitod) vielleicht sogar bewusst reserviert hat. Schließlich ignorierte auch die Frau mit dem Blutfluss (Luk. 8:43-48) unverhohlen göttliche Gesetze und wurde dennoch von Jesus geheilt und gelobt. Gerade in ihrer tollkühnen Dreistigkeit sah er lebendiger Glaube, was seine Jünger regelrecht brüskierte!

Nicht nur jene Wahrheiten, die Jehovas Zeugen heute offiziell verkünden, können sich letztlich - das Ganze ist am Ende immer größer als die Summe seiner Teile - als solche erweisen, während man in der Bibel natürlich keine direkte Legitimation für Suizid erwarten darf, da sonst das Christentum wohl längst ausgestorben wäre.

Mit Dank für Ihre Aufmerksamkeit und besinnlichen Grüßen

Wolfgang

 Das Ganze ist immer größer als die Summe seiner Teile ... [ohne Text] 02.12.2010 (11:11 Uhr) Wolfgang
Das Original dieses Beitrags von mir befindet sich im Schweizer Dignitas-Forum.

Das Ganze ist immer größer - an Schlechtigkeit - als die Summe seiner Teile

Gemäß dem Wesen alles Lebendigen und der Natur ist das Ganze stets größer als die Summe seiner Teile. Aber in einer Gesellschaft, die sich in jederlei Hinsicht von der Natur entfremdet und gar noch vermessen glaubt, sie überlisten zu können, ist jenes bekannte Naturgesetz förmlich auf den Kopf gestellt. Dann ist letztlich das Ganze lediglich größer an Schlechtigkeit wie der einzelne Mensch als Individuum.

Zwar war die Suizidrate in den 70er Jahren etwas höher als heute, aber der Anteil an jungen Menschen unter den Suizidenten war wesentlich geringer. Auch war damals der Zeitgeist noch von einer gewissen Aufbruchstimmung und interferierenden Zeniten in Kunst, Kultur, Musik und Sport geprägt, was insbesondere junge Menschen motivieren konnte. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit und beruflicher Perspektive taten das Ihrige, und auch die Familien waren damals noch intakter als heute. Staatliche Großkonzerne wie Post und Bahn fühlten sich noch dem Gemeinwohl verpflichtet, statt wie ihre heutigen Pendants in der freien Wirtschaft eine durch und durch kommerzialisierte Zocker- und Börsenmentalität zum Lebenssinn zu stilisieren.

Was sie beglückt, das uns bedrückt. Zweifellos ginge es der Welt besser, wenn 75 Prozent der Banker sofort entlassen, alle Börsen geschlossen und sämtliche Großbanken aufgelöst oder verstaatlicht würden. Geld für alle wäre genug vorhanden, wenn es nur gerechter verteilt würde. Dann könnten auch die wirklich notwendigen Leistungsträger wie Ingenieure, Konstrukteure, Ärzte ... (Banker und Politiker gehören nicht dazu) noch etwas überproportional bezahlt werden, obwohl sie im Grunde nichts dafür können, dass sie genetisch und umweltbedingt begünstigt sind und mittels entsprechender Motivation und Fleiß in ihre Positionen gelangen konnten. Weil jedoch sowohl der Leistungsträger als auch der typische Arbeitslose nicht willens ist, gemäß seiner Fähigkeit gegen eine großzügige Grundsicherung flexibel dem Allgemeinwohl zu dienen (das zuerst einmal richtig definiert sein will!), ist unsere Gesellschaft so polarisiert und himmelschreiend ungerecht strukturiert. Doch weder der eine noch der andere ist primär schuld an der Misere, weil die Weichen für eine gerechte Gesellschaft in der Politik gestellt werden müssten. Die aber ist längst zur willfährigen Marionette habgieriger Großkonzerne verkommen, welche sie stets mit den üblichen Floskeln erpressen können ("das gefährdet Arbeitsplätze", "dies bremst das Wirtschaftswachstum"...). Sofern sich heute auch nur irgendeine "demokratische" Regierung auf der Welt etwa über Verstaatlichung oder Verpflichtung auf das Allgemeinwohl ernsthaft äußern würde, bekäme sie im Kontext des globalisierten Ganzen - das stets betörter ist als etwa ein einzelner Staat - unverzüglich die Quittung. Zwar haben Kommunismus und Sozialismus letztlich wegen derselben menschlichen Habgier versagt wie sie typisch für das kapitalistische System ist, aber ihre grundlegenden Postulate sind denen des wahren Christentums teils sehr ähnlich.

Ich selber habe anno 1989 beim Bau eines fast 400 m² großen, zweistöckigen Doppel-Königreichssaals bei Jehovas Zeugen mit eigenen Augen gesehen, was in einer richtig motivierten und strukturierten Gesellschaft ohne Bezahlung alles möglich ist. In den USA und Kanada hat man bereits vor dieser Zeit an nur einem einzigen Wochenende Tausende etwas kleinere Königreichssäle mit Fachkräften und Helfern aus den eigenen Reihen buchstäblich aus dem Boden gestampft, weil dort die Bauvorschriften etwas anders sind. Doch jener hochwertige Doppel-Königreichssaal in Georgenhausen bei Darmstadt wurde immerhin innerhalb von knapp 4 Monaten erstellt, sodass die weltlichen Material-Lieferanten nur so staunten. An den Wochenenden kamen die Fachkräfte vom Bautrupp aus der Zentrale in Selters und arbeiteten mit den emsigen, hoch flexiblen freiwilligen Helfern aus der örtlichen und umliegenden Versammlungen höchst effektiv Hand in Hand. Unter der Woche war zwar wesentlich weniger los, aber täglich fanden sich mindestens ein bis zwei Dutzend Zeugen Jehovas oder Interessierte, die sich im Laufe der Zeit gegenseitig die verschiedensten Tätigkeiten beibrachten. Jeder konnte kommen und gehen wann er wollte oder gänzlich zu Hause bleiben. In einem großen Zelt gab es bis zu viermal am Tag etwas zu essen, das von Glaubensschwestern zubereitet wurde. Alle arbeiteten unentgeltlich und betrachteten ihr Tun als heiligen Dienst für Jehova Gott, sodass nur Materialkosten aus freiwilligen Spenden anfielen. Mehrfach war auch der Star-Gitarrist Ricky King "alias" Hans Lingenfelder aus einer benachbarten Versammlung zugegen, wo er als Ältester diente. Doch er konnte auch pflastern sowie schwere Schubkarren fahren und in den Pausen Gitarre spielen, wobei er nicht nur Königreichslieder sang. Auf dieser Baustelle waren keine unflätigen Worte zu hören oder Beleidigungen wie hier im Forum. Wie bei den ersten Christen und unter allen Zeugen Jehovas üblich, so duzte man sich auch dort, ungeachtet jeglichen Altersunterschieds. Kein Architekt oder Ingenieur war sich zu schade, auch mal buchstäbliche Drecksarbeiten zu verrichten. Mit einer solchen Gesellschaft kann binnen 1000 Jahren die ganze Erde zu einem Paradies umgestaltet werden, wenn nur unser Schöpfer zuvor die notwendigen Rahmenbedingungen dazu schafft.

Das Ganze in der Gesellschaft, das für alle zu gewinnen wäre, könnte also auch größer sein als die Summe seiner Teile, wenn jeder nur dazu bereit wäre, sich hinsichtlich der elementarsten Wahrheiten selber zu überzeugen und mit 7 Millionen Gleichgesinnten gleichschalten zu lassen. Die Alternative dazu ist automatisch anderweitige Gleichschaltung in der Welt, etwa mittels suggestiver, volksverdummender Werbung, "Geisteskultur" in BILD-Manier oder destruktivem Gruppenzwang jedweder Art. Sogar jene, die als Politiker über uns bestimmen, von denen man eigentlich annehmen könnte, dass sie die freiesten Menschen sind, vermögen letztlich sogar am allerwenigsten frei zu agieren. Im übergeordneten Gefüge des globalen Geschehens und seiner verzahnten Mechanismen sind sie heute gleichgeschalteter denn je, während in sämtlichen höheren Sphären dieser vom Teufel beherrschten Welt derselbe Wind weht. Überall, wirklich allerorts und überall, wird die reine, unverfälschte Wahrheit in ihren mannigfachsten Erscheinungsformen systematisch unterdrückt, entstellt oder gar als Lüge diffamiert! "Cecile" als Rohköstlerin, die sich damit selber von Neurodermitis geheilt hat und Ernährungswissenschaft studierte, wusste ein Lied davon zu singen, sodass sie ihr Studium resigniert aufgab. Kritische Theologiestudenten, welche die üblichen falschen Bibelübersetzungen ihrer Kirche hinterfragen und von der offiziellen Linie abweichen, werden rigoros genötigt oder aussortiert. Der renommierte Botaniker Wolf-Ekkehard Lönnig, der sich 30 Jahre lang mit Mutationsgenetik am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln beschäftigte, wurde entlassen, als er öffentlich publizierte, dass Mutationen niemals neue Arten hervorbringen könnten und der angeblichen Evolution völlig konträr seien.

Mit nahezu jedem einzelnen Menschen als Individuum kann man zumindest einigermaßen vernünftig reden, wenn er nur etwas Zeit dafür erübrigt und die Atmosphäre stimmt. Das merken JZ immer wieder in ihrem Predigtdienst an den Türen der Menschen, wenn sie nur etwas isoliert vom unmittelbaren Gruppenzwang sind. Aber sobald sie sich als Kollektiv formieren und jeder seine Rolle darin einnimmt, wirken plötzlich ganz andere Kräfte auf den menschlichen Geist. Wie bei der atomaren Spaltung im Mikrobereich die größten Energien freigesetzt werden, so auch beim Individuum im Vergleich zum Kollektiv. Man stelle sich nur mal einen Würfel mit einem Zentimeter Kantenlänge vor und errechne seine Oberfläche. Diese entspricht einer Fläche von 6 cm². Zerlegt man ihn nun in 1000 kleine Würfel mit nur einem Millimeter Kantenlänge, dann beläuft sich seine Fläche plötzlich auf sage und schreibe 6000 mm² bzw. 60 cm², also dem Zehnfachen des ursprünglichen Werts. - Je größer also der Würfel wird, desto größer wird auch die Kluft zwischen potenzieller und tatsächlicher Oberfläche. Dabei zählt letztlich nur das Potenzielle, also der einzelne Mensch. Und weil z. B. ein Staat kein Mensch ist und sein Absolutes nur eine trügerische Größe vorgaukelt (etwa der technische Fortschritt als selbstzweckartige Hyperkultur, welcher auf Kosten der menschlichen Prioritätensetzung glorifiziert wird), sollte man seine vermeintlichen Vorteile und Errungenschaften stets kritisch hinterfragen sowie sich selber nicht unterschätzen. Nicht umsonst heißt es in 1. Kor. 3:19: "Die [typische] Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott" und in Pred. 8:9, "Der Mensch hat zum Schaden über den Menschen geherrscht".

Wenn Privathaushalte oder kleinere Betriebe derart wirtschaften würden wie große Staaten, wären sie längst pleite. Auch sind es stets immer nur einzelne Individuen, welche gleichsam als Sündenböcke für die massive Kollektivschuld unserer endzeitlichen Ellenbogengesellschaft fungieren. Als hoch sensible Menschen resonieren sie hochgradig mit der absoluten, nackten und nüchternen Realität hinsichtlich dieser gottentfremdeten, ungerechten Welt sowie unseres unvollkommenen Lebens schlechthin (wie ein Seismograph Erdbebenwellen am anderen Ende der Erde registriert), während die Masse sie zeitlebens verdrängt. Zweifellos sind sie daher mehr Opfer als Täter allen Unrechts in der Welt und werden in der Bibelstelle Sprüche 30:14 wie folgt beschrieben: "Da ist eine Generation, deren Zähne Schwerter und deren Kinnladen Schlachtmesser sind, um die Niedergedrückten von der Erde und die Armen aus der Menschheit wegzufressen."

Ich will hier wahrlich nicht für Jehovas Zeugen missionieren, zudem ich selber seit 1994 ihre örtliche Versammlung aus persönlichen Gründen verlassen habe. Aber ihre einzigartige, biblisch fundierte Betrachtungsweise der Welt und all dessen, was hinter den Kulissen wirklich geschieht, hat System und reicht bis ins letzte Kalkül. Auch haben sie Liebe unter sich, wie Jesus Christus es als primäres Merkmal wahrer Christen in Joh. 13:35 gefordert hat. Mag sein, dass mancher hier in ihren Reihen glücklich werden könnte, was mir aufgrund genetischer und umweltbedingter Determinationen samt daraus resultierender Denk- und Verhaltensmuster nie gelungen ist. Bevor sich jemand vorschnell das Leben nimmt, sollte er meiner Meinung nach diese Option ernsthaft prüfen, indem er z. B. um ein kostenloses, unverbindliches Heimbibelstudium bittet.

Mit Dank für eure Aufmerksamkeit und freundlichen Grüßen

Wolfgang

 Darf ein ZJ als freier Erdenbürger Suizid begehen? 12.02.2009 (16:05 Uhr) Wolfgangm
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