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 Tinnitus / Ohrgeräusche
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 Mein Erfahrungsbericht 19.12.2001 (17:21 Uhr) Ute Albrecht
 Re: Erlebnisberichte von Tinnitus-Betroffenen 02.01.2002 (12:38 Uhr) rainher
Hallo zusammen,
nach dem Beitrag von Ute  möchte ich mich kurz vorstellen:. Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder
(17, 15, 8 Jahre) und bin als Ingenieur in einem Karlsruher Elektroniklabor tätig.
Und so erging es mir: eines morgens wachte ich mit ziemlich lautem Ohrensausen erschrocken auf - das
war am 1.Oktober 2001. Vorausgegangen war eine ziemlich diffuse Erkältung  mit zeitweise unangenehmen
Ziehen an Hals und Ohren. Stress würde ich allein nicht dafür verantwortlich machen, denn ich fühlte mich
bis dahin in meinem Job und  der Familie wohl - und ein Mindestmaß an Stress dürfte wohl jeder haben.

Ich war noch am gleichen Tag beim HNO-Arzt, der mich erst mal  damit beruhigte, dass dies nicht so
schlimm wäre und wieder vergehen würde und mit einem Rezept für Trental nach Hause schickte.
Als sich mein Tinnitus  am dritten Tag immer noch nicht gebessert hatte, lies ich mich auf Ratschlag
stationär in die HNO-Abteilung aufnehmen.  Die Behandlung erfolgte "klassisch"  mittels Infusionen und
Trental kombiniert mit Cortison. Erfolg der 10-tägigen Therapie war,  dass es noch mehr als zuvor in
meinen Ohren sauste. Als übel empfand ich vor allem die sich einstellende Hyperakusis, bei der mir
sogar der Belüftungsventilator in meinem  Krankenzimmer als dröhnende und rauschende  Geräuschkulisse
vorkam (der wurde immer um sechs Uhr morgens angeworfen).

Endlich zu Hause machten mir gewöhnliche Geräusche wie Kühlschrank, Lüfter, klapperndes Geschirr oder
Kinderlärm  das Leben schwer. Fernsehen war mir immer nur kurz möglich. Das Staubsaugergeräusch trieb
mich aus dem Zimmer.
Kurz vor Auftreten meines Tinnitus hatte sich mein jüngster Sohn  ein Terrarium mit Grille gewünscht - seit dem
fing das Insekt an, pünktlich jeden Abend zu zirpen. Also stellte ich die Grille immer , wenn der Jüngste im Bett
war,  in die halbwegs schalldämmende Nebenkammer. Morgens kam sie dann wieder an den gewohnten Platz.
Aber ich ahnte da noch nicht, wie alt eine Grille werden konnte.

Meine Hyperakusis mildert sich glücklicherweise immer mehr und macht sich  nur noch  gelegentlich bei
hochfrequenten Rauschen bemerkbar (Lüfter von Computer oder Klimaanlagen). Und wenn, wie in der
Weihnachtszeit, besonders viele "Jingle Bells"-Titel im Radio laufen, dann  kann ich die Glöckchen besonders
gut heraus hören.
Ich genieße es aber  wieder, mir u.a. die CD 'Equinoxe' von Jean Michel Jarre ohne dem nervenden
Nachklingeln anzuhören (was mir gleichzeitig  wegen des Synthesizereinsatzes im oberen Hörbereich als
"qualitativer Hörtest" dient).

Zwischenzeitlich habe ich eine Akupunkturbehandlung mit 6 Sitzungen hinter mir und bin mir nicht sicher,
ob mir die Behandlung etwas gebracht hat, denn die Intensität des Tinnitus ändert sich  nahezu täglich und
ist unter Alltagsgeräuschen oft nicht oder  kaum hörbar.

Das Einschlafen machte mir zu Anfang die meisten Probleme. Deshalb hörte ich zur Ablenkung CDs mit
Naturgeräuschen (Bachplätschern, Flussrauschen..) oder Entspannungsmusik. Aber leider nicht immer mit
Erfolg. Deshalb besitze ich jetzt einen Aufziehwecker,  der mir mit seinem  Ticken beim Einschlafen sehr
gut hilft ( und meine Frau leider oft wachhält :-)  ). Ich bin also  noch am Experimentieren.

Nach einer Zeit des "dagegen wehren" muss ich wohl doch einsehen, dass man sich damit arrangieren muss
und  es  keinen Sinn macht, ewig dem tinnitusfreien Zustand davor nachzutrauern.

Ich hoffe ihr hattet schöne  Festtage und wünsche euch  einen guten Start ins neue Jahr.

Gruss
Rainher

 Re: Erlebnisberichte von Tinnitus-Betroffenen 02.01.2002 (21:56 Uhr) rainher
 Re: Erlebnisberichte (Hyperakusis) 03.01.2002 (09:48 Uhr) Ute
 Re: Erlebnisberichte von Tinnitus-Betroffenen 20.01.2003 (19:45 Uhr) Linda
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