 |  | Hallo zusammen,
zum Abschluss noch unser Erlebnis zu viert. Das war kurz vor Weihnachten und wir wollten bevor jede von uns in die Heimat fährt noch was zusammen unternehmen. Unsere Wahl fiel dabei auf Lasertag. Emma hatte das vorgeschlagen und sich netterweise auch um die Orga gekümmert. :)
Die Lasertag-Arena bei uns ist eher klein und das Spielfeld auf maximal 12 Spieler ausgelegt. Wir waren ja nur zu viert und schon als Emma für uns reserviert hat, hatte man ihr mitgeteilt, dass wir die Halle eventuell nicht für uns allein haben werden. Aber gut, das ließ sich halt nicht ändern. Ein Spiel dauert 15 min., Emma hatte für vier Spiele gebucht.
Als wir ankamen, war die Arena auch grad belegt. Wir wurden aber eh erstmal gebrieft und bekamen die Westen und die Phaser. Nadine und Freya waren beide schon mal Lasertag spielen, aber für Emma und mich war es tatsächlich das erste Mal!
Ein paar Minuten später war das Spiel der Gruppe vor uns dann vorbei. Die waren zu fünft und hatten noch für zwei weitere Spiele gebucht. Das heißt wir würden zwei Spiele gemeinsam in der Arena absolvieren. Das war aber echt ok. Die waren alle ungefähr in unserem Alter und wir machten es dann so, dass die fünf als Team gegen uns vier als Team spielen. Nadine versuchte anfangs noch unsere Team-Anstrengungen zu koordinieren, aber es wurde dann doch sehr schnell sehr chaotisch. :D
Offen gesagt empfand ich das Spielfeld für neun Spieler schon fast zu klein, andererseits wurde das Spiel dadurch auch sehr dynamisch. Am Anfang war ich auch ein bisschen überfordert und traf überhaupt nichts. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es körperlich so anstrengend ist. Aber gefühlt war ich ständig nur am Laufen oder schnell in Deckung gehen. Aber es machte auch verdammt viel Spaß! :)
Wobei ich glaube, dass den meisten Spaß schon Emma hatte. :) Sie ist ja sonst eher etwas ruhig, aber beim Spielen taut sie immer auf. Und wenn das Spielen mit Bewegung zu tun hat, umso mehr. Da erinnert sie mich immer ein bisschen an einen Hund, der zu selten Auslauf bekommt und dann gar nicht weiß, wohin mit seiner ganzen Energie, wenn es doch mal soweit ist. Und während ich am Ende des ersten Spiels schon etwas außer Atem war, war sie wie aufgedreht und rief mir zu: "Nicht nachlassen, Regina! Pew, pew!" Realtalk, es ist in diesem Zustand manchmal schon ein bisschen anstrengend mit ihr, aber ich freue mich auch immer richtig, wenn sie da mal aus sich herauskommt! <3
Im zweiten Spiel änderte ich dann meine Taktik und, naja, versuchte mich etwas weniger zu bewegen. Hier vielleicht auch kurz zum Aufbau der Arena: In jeder der vier Ecken gab es einen Startpunkt, von denen wir aber nur zwei gegenüberliegende nutzten, einen für jedes Team. Das Spielfeld selbst war quasi wie ein loses Labyrinth aufgebaut. Also es gab diverse Stellwände im Raum, die unterschiedliche Höhen hatten, manche davon hatten aber auch Löcher auf halber bzw. Kopfhöhe. Rund um die Startpunkte standen die Wände dichter, aber zur Mitte des Raums hin wurden es weniger. Im Zentrum des Raums war dann noch ein kleines Häuschen mit Eingängen an allen vier Seiten und einem Labyrinth im Inneren. Aber das war wirklich ein sehr kleines und simples Labyrinth und die Hauswände hatten auch so viele Aussparungen, dass man auch von außerhalb des Hauses noch getroffen werden konnte, wenn man nicht aufpasste. Naja, und ich schlich jetzt eher um die Wände und versuchte so mein Glück. Es passierte mir nur relativ häufig, dass jemand aus dem anderen Team auf mich zugerannt kam, ich verfehlte oder zu langsam reagierte, aber mein Gegner mich quasi auf Anhieb traf. Daher dachte ich mir, dass ich in Bewegung vielleicht schwieriger zu treffen bin und begann dann doch wieder mehr zu laufen. Es lief ab da auch wieder besser für mich, wobei ich am Ende des Spiels schon deutlich mehr Treffer hatte einstecken müssen als ich selbst ausgeteilt habe. Aber es machte dennoch sehr viel Spaß und ich mochte auch unsere Team-Dynamik mit Nadine, die immer wieder Versuche unternahm, uns strategisch agieren zu lassen und Freya und Emma, die beide einfach nur vorpreschen wollten. :D
Nach Ende des zweiten Spiels hatten wir die Arena dann tatsächlich für uns allein und eine Mitarbeiterin fragte uns in welchem Modus wir weiterspielen wollen. Wir entschieden uns für 2 gegen 2 mit Nadine & Emma in einem Team und Freya & mir im anderen Team. Der Modus war rundenbasiert und es gab zwei Möglichkeiten eine Runde zu gewinnen: Entweder schafft es mindestens eine des Teams in den gegnerischen Startpunkt einzudringen oder man schafft es das gegnerische Team vollständig auszuschalten. Nach Ende jeder Runde gibt es dann einen 3-sekündigen Cooldown, um zum eigenen Startpunkt zurückzukehren und dann geht es von vorne los.
Freya und ich versuchten hier jetzt auch wirklich mal strategisch vorzugehen und uns quasi Wand für Wand von unserem Startpunkt aus vorzuarbeiten und dabei möglichst viel Fläche zu covern, dass keine der anderen zwei sich an uns vorbei zum Startpunkt schleichen kann. Und das funktionierte tatsächlich sehr gut: Emma erwischten wir zwischen zwei Wänden und sie wurde von Freya direkt ausgeschaltet. Nadine bewachte deren Startpunkt und, naja, schaffte es auch mich zu treffen, aber Freya erledigte dann auch sie. :)
Nadine und Emma versuchten es dann erst nochmal mit einer sehr offensiven Taktik (die vermutlich Emmas Idee war :D), machten es dann aber im Prinzip wie wir und arbeiteten sich auch als Team langsam durch die Wände. Aber dadurch dass die Arena halt wirklich nicht sehr groß war, waren die Runden trotzdem eher kurz und dynamisch.
Tja, und relativ schnell kam dann eine Runde, wo Nadine eine ganz neue Taktik auspackte. :) Freya und ich schlichen wieder durch die Arena und waren nah am Zentrum, wo es weniger Deckung gibt, als wir bei der Wand schräg vor uns ein polterndes Geräusch hörten, als hätte jemand beim in-Deckung-gehen aus Versehen die Wand zu stark touchiert. Die entsprechende Wand war L-förmig und Freya kam jetzt von der einen Seite und ich von der anderen. Aber als wir beide um die jeweiligen Enden herumkamen war dort niemand - dafür lag Nadines rechter Schuh am Boden vor der Wand! Und ich schaute den halt an und mein Kopf war direkt: Nadines Schuh?! Hat Emma ihn ihr etwa ausgezogen?! Nein, das kann nicht sein, oder?! Freya schaute im ersten Moment auch nur verwirrt auf den Schuh und, naja, Nadine und Emma nutzten das gnadenlos aus, um uns beide auszuschalten. :)
Beide kamen jetzt auch zu uns und Emma meinte positiv überrascht zu Nadine: "Hätte nicht gedacht, dass das funktioniert." Und Nadine nur: "Mäuse fängt man mit Speck, die beiden halt mit einem Schuh. Vor allem Regina." Well, kinda true. :D Mir war dann auch klar, was geschehen ist: Nadine hatte sich ihren Schuh selbst ausgezogen und zur Ablenkung gegen die Wand geworfen. "Schon ein guter Trick", meinte Freya grinsend und hob Nadines Schuh auf, "Aber er kostet dich auch deinen Schuh." "Schon ok", antwortete Nadine und zu Emma: "Komm, die Uhr tickt." Beide eilten dann zurück zu ihrem Startpunkt, Nadine jetzt halt links mit ihrem verbliebenen Sneaker und rechts mit einer hellgrauen Socke mit schmalen weißen Ringeln. :)
Freya und ich eilten dann auch zu unserem Startpunkt zurück, mit Nadines Schuh im Gepäck. Nadine hat diese Schuhe schon länger, aber bisher noch nicht bei einem Erlebnis verloren gehabt, daher hier ein Link: https://www.zalando.de/new-balance-mr530-sneaker-low-sea-salt-ne211a0d8-a29.html Irgendwie finde ich immer, dass die nicht so ganz zu Nadine passen, aber irgendwie finde ich die auch genau deswegen gut an ihr. :)
Schon auf dem kurzen Weg zu unserem Startpunkt arbeitete es sehr in meinem Kopf und meine Denkweise war in etwa: Ok, wenn Nadine hier schon mit einem Schuh rumläuft, dann müsste es doch auch möglich sein, Freya aus ihren Schuhen zu bekommen. Die Frage war nur: "Wie?" Bei unserem Startpunkt deponierte Freya Nadines Schuh in der hintersten Ecke und fragte mich direkt: "Sollen wir das auch mal ausprobieren?" "Ja", antwortete ich sofort begeistert und dachte, sie hätte meine Gedanken gelesen. :) "Perfekt!", antwortete Freya nicht weniger begeistert - und beugte sich entschlossen zu meinen Beinen herab! Und ich war so fest davon ausgegangen, dass wir darüber sprechen einen von ihren Schuhen als Ablenkungsmanöver zu verwenden, dass mich das komplett überraschte! Ich wich dann auch nur instinktiv zurück, aber stieß praktisch sofort mit dem Rücken an die eine Wand unseres Startpunktes. Freya hob da bereits mein eines Bein an und tat auch das so energisch, dass ich das Gleichgewicht verlor, nur so ein überraschtes "Huahhhh!" rausbekam und quasi an der Wand herunterrutschte. Dadurch saß ich jetzt vor ihr am Boden und mein Bein war in einem ziemlich steilen Winkel zu ihr ausgestreckt. "Und aus mit dem!", sagte Freya grinsend, packte sich meinen Sneaker an Hacke und Spitze und zog. Mein Sneaker war aber relativ fest geschnürt oder vielleicht lag es auch am Winkel, jedenfalls musste sie doch ganz schön stark ziehen. Mein Sneaker löste sich aber letztlich doch von meinem Fuß und einen Moment später hatte Freya ihn mir ausgezogen. Und so saß ich jetzt mit einem weißen Sneaker und einer rosa Socke da. :)
Freya hielt mir dann sofort ihre eine Hand hin und zog mich wieder auf die Beine. "Bereit?", fragte sie mich und schaute grinsend zu meinen Füßen. "Auf gehts!", bestätigte ich ebenfalls grinsend und beide setzten wir uns in Bewegung. Dieser Schuhklau von Freya hatte mir richtig gut gefallen und auch dass sie mir danach keine Verschnaufpause gegeben hatte, sondern wir uns direkt wieder in die Arena begeben haben war klasse! Es hielt irgendwie die Spannung aufrecht. Und was auch cool war: Meine weißen Sneaker haben ja eine relativ dicke Sohle, daher nahm ich jetzt auch bei jedem Schritt sehr bewusst wahr, dass mir einer fehlte. :)
Dadurch dass Emma und Nadine in dieser Runde einen Zeitvorsprung hatten, beeilten wir uns schnell zu den Wänden im mittleren Bereich zu kommen. Wobei wir uns nicht sicher waren, ob sie nicht schon seitlich an denen vorbei waren. Plötzlich dann Freya zu mir: "Ich versuch mal was." Und sie holte weit aus und warf meinen Schuh blindlings in Richtung der Wände vor uns. Und, naja, von einem strategischen Standpunkt aus, hatte dieser Wurf uns halt rein gar nichts gebracht. Daher beschwerte ich mich auch bei Freya: "Du kannst meinen kostbaren Schuh doch nicht einfach so wegwerfen!" "Ups", antwortete diese kichernd und schlug vor zu unserem Startpunkt zurückzukehren. Damit würden wir meinen Schuh völlig ungeschützt in der gegnerischen Hälfte der Arena liegenlassen und dieser Gedanke gefiel mir natürlich sehr gut! Aber auch so war es tatsächlich die goldrichtige Entscheidung zurückzugehen, denn Nadine und Freya waren quasi schon an unserem Startpunkt! Naja, dadurch dass wir halt völlig planlos agierten, rannten wir den beiden praktisch direkt vor die Phaser und wurden auch sofort erledigt, aber wir konnten immerhin verhindern, dass Nadine sich ihren Schuh zurückholt. Sie hatte sich übrigens ihren zweiten Schuh auch ausgezogen und bei sich am Startpunkt gelassen. Für sie war es komplett sockig anscheinend bequemer als nur mit einem Schuh. :)
Freya und ich dachten jetzt auch kurz nach, wie wir Nadines Schuh sichern könnten und ich machte es dann wie Tim damals beim Minigolf-Erlebnis und band ihn an meinem Gürtel fest. :)
Für die nächste Runde nahmen Freya und ich uns vor, nach meinem Schuh zu suchen, der noch irgendwo zwischen den Wänden in der gegnerischen Hälfte liegen müsste. Wir näherten uns dem Bereich auch relativ schnell, aber Emma und Nadine hatten natürlich den deutlich kürzeren Weg und waren ebenfalls in der Gegend unterwegs! Es gelang uns auch Emma auszuschalten, aber kurz darauf hörten wir Nadine lachend rufen: "Hey! Regina! Vermisst du was?" Well, damit hatte mein Schuh grad eine neue Besitzerin gefunden. :) Dafür wussten wir jetzt relativ genau, wo Nadine war und es war dann sogar ich, die sie erledigte! Meinen Schuh bekam ich dadurch (zum Glück!) trotzdem nicht zurück, aber Nadine fiel auf, was ich mit ihrem Schuh gemacht hatte und fand die Idee so gut, dass sie meinen Schuh an einer Öse ihrer Jeans festband. :)
Meine Gedanken schweiften jetzt aber eher wieder in die Richtung, wie ich denn auch Freya aus ihren Schuhen bekommen könnte. Nur sah ich da nicht wirklich eine Möglichkeit. Ähm, und ich griff dann letzten Endes zu einem relativ plumpen Mittel: Zum Beginn einer neuen Runde, als wir beide in unserem Startpunkt standen, legte ich mit dem Phaser direkt auf sie an und drückte ab. Ihre Weste registrierte den Treffer und sie war für die Runde gesperrt. "Hä? Was soll das?", fragte sie mich verwirrt. "Naja", sagte ich und schämte mich etwas dabei, weil die Idee mir selbst so dämlich vorkam, "Wenn man getroffen wird, ist man ja quasi tot und wenn man tot ist, kann sich ja nicht mehr bewegen..." "What?", erwiderte Freya im ersten Moment und da wurde ich dann richtig rot, oje. Meine Argumentation kam mir nämlich auch für meine Verhältnisse etwas zu weird vor. Aber ich sah halt keinen anderen Weg und erklärte kleinlaut weiter: "Naja, und wenn du dich nicht mehr bewegen kannst, kannst du ja auch deine Schuhe nicht mehr verteidigen..." Da verstand Freya dann, worauf ich hinauswollte, schaute mich aber einen Moment lang weiterhin mit so einem Blick an, der eindeutig sagte: Ok, Regina, ganz weirder take an der Stelle. Gott, ich wäre da so gerne im Erdboden versunken, oje, oje.
Aber der Moment ging vorüber und Freya wirkte jetzt eher amüsiert. Sie hatte Mühe ein Lachen zurückzuhalten und meinte zu mir: "Ok, Regina, schieß nochmal." "Ok", murmelte ich und drückte erneut ab. Ihre Weste reagierte nicht, aber Freya dafür umso mehr. :D Sie setzte ein schmerzverzerrtes Gesicht auf, griff sich mit einer Hand an die Stelle, wo ich getroffen haben müsste und streckte theatralisch ihre andere Hand in meine Richtung aus. In gespielter Benommenheit torkelte sie rückwärts, bis sie mit dem Rücken gegen die Wand stieß und ließ sich an dieser hinabgleiten, während sie auf eine wie ich finde fast schon shakespeareske Art monologisierte: "Warum nur, Regina, warum nur? Ist dies nun die blutige Rache für den Raub an deinem Schuh? Oh, wehe mir! Welch Übel sucht mich heim? Welch Dämon?" "Die Königin der Nacht!", antwortete ich spontan und in gleichem Tonfall wie sie - und Freya prustete los. :D
Ähm, zu meiner Verteidigung, ich hatte halt instinktiv Freyas Frage beantworten wollen und das war halt meine spontane Assoziation gewesen, weil mein Name ja nun mal Königin bedeutet und ich mir wage bewusst war, dass es in einem bekannten Theaterstück (bzw. in der Oper "Die Zauberflöte") doch auch eine Königin der Nacht gibt.
Freya jedenfalls saß mittlerweile lachend auf dem Boden, den Rücken an die Wand gelehnt und die Beine nach vorne ausgetreckt. "Die Königin der Nacht", wiederholte sie und schien sich gar nicht mehr einzukriegen. "Deine Performance hat mich halt voll reingezogen", verteidigte ich mich, fand meine Aussage von vorhin aber selbst so cringe, dass ich am liebsten direkt wieder im Boden versunken wäre. Freya hingegen meinte "Alles gut, Regina, alles gut" und beruhigte sich jetzt doch langsam wieder, "Nehmen wir diese Selbstbezeichnung als Königin doch einfach als gutes Zeichen für dein Selbstvertrauen, ok?" "Ok", stimmte ich zu und Freya fragte: "Ok, wo waren wir?" "Du bist tot", antwortete ich trocken. Sie dann: "Aja, richtig." Sie gab noch ein kurzes "Urgh!" von sich, neigte ihren Kopf zur Seite und schloss die Augen. :D
Ich war zu dem Zeitpunkt doch etwas durch den Wind und ging jetzt sehr zweckmäßig vor. Freya trug ihre Nike Air Force und ich griff mir die jetzt schlicht nacheinander an Hacke und Spitze und zog sie ihr aus. Es ging schnell und ohne Probleme und wie üblich kamen unter ihren Schuhen weiße Nike-Socken zum Vorschein. Und irgendwie gefiel es mir schon sehr gut, wie sie jetzt so da saß, immer noch an die Wand gelehnt, sockig, mit geschlossenen Augen, aber so leicht vor sich hinlächelnd. Schon sehr cute. :)
Aber: Da Freya ausgeschaltet war, fiel mir jetzt die Aufgabe Emma und Nadine abzuwehren, alleine zu. Tatsächlich waren beide unserem Startpunkt schon sehr nah und als ich vorsichtig um die eine Ecke lugte, sah ich Nadine auf mich zukommen. Ich zog meinen Kopf sofort zurück und lauschte. Kurz darauf hörte ich auch, wie sich Nadine im Laufschritt näherte und griff zu einer etwas unorthodoxen Taktik: Ich blieb mit meinem Körper hinter der Ecke, aber holte mit meinem Arm so gut es ging aus und warf einen von Freyas Schuhen auf Kniehöhe in Richtung Nadine. Ich hörte auch wie sie stockte und kam schnell aus der Deckung, aber Nadines Reflexe waren so gut, dass sie mich trotzdem direkt traf.
Emma war währenddessen aus der anderen Richtung gekommen und traf bei unserem Startpunkt auf Freya. Sie fragte, warum sie schon erledigt ist und Freya antwortete ernst: "Die Königin der Nacht hat mich gefällt." :D
Emma und Nadine kehrten dann zu ihrem Startpunkt zurück. Freyas Schuh nahmen sie natürlich mit und Nadine band ihn an einer Öse von Emmas Hose fest. Ich hingegen kehrte zu Freya zurück und streckte ihr jetzt meine Hand entgegen, um ihr wieder aufzuhelfen. Sie griff diese auch, aber zog nun mich zu sich nach unten! Und weil mich das wirklich komplett auf dem falschen Fuß erwischte, hatte Freya auch keine Probleme, unsere Positionen quasi umzukehren: Jetzt saß ich vor ihr am Boden und sie stand vor mir. Sie zog mein noch beschuhtes Bein vor und ich meinte nur: "Das musste wohl so kommen." Freya dann nochmal in ihrer Theater-Stimme: "Schweig, Königin der Nacht! Und empfange meine Rache!" Schwungvoll öffnete sie meinen Schuh und ich improvisierte diesmal etwas weniger cringe: "Nicht doch! Wie konnte ich die Macht der weißen Hexe nur derart unterschätzen?" Freya kicherte, hielt mich jetzt am Knöchel fest, meinen Schuh an der Hacke und zog: Ein starker Ruck und auch dieser Schuh war aus. :)
Meinen Schuh stellte sie zu ihrem verbliebenen in eine Ecke bei unserem Startpunkt und beide komplett auf Socken machten wir uns jetzt wieder auf in die Arena. Auf Dauer war es mit einem Schuh tatsächlich doch etwas unbequem geworden, daher fand ich es jetzt sehr gut so. Die nächsten zwei, drei Runden spielten wir dann ganz normal, auch wenn Freya mich noch häufiger mit der "Königin der Nacht" aufzog. Aber das fand ich eigentlich selbst ziemlich lustig. :)
Die einzige mit Schuhen war jetzt noch Emma, aber als wir nächste Runde auf sie trafen, war sie auch auf Socken! Auf weißen, die im vorderen Bereich noch zwei hellgrüne Streifen quer über den Spann hatten. Sie wirkte zwar ein klein wenig unsicher, als sie uns das erste Mal so gegenübertrat, aber auch immer noch voller Energie und schien sich alles in allem doch sehr wohlzufühlen. :) Ich fragte dann später auch Nadine, wie es dazu gekommen war und sie erklärte es mir so: Als drei von uns bereits auf Socken waren, hatte Nadine die Sorge, dass Emma sich "außen vor" fühlen könnte, weil sie als einzige noch Schuhe anhat. Sie hat dann versucht, Emma gewissermaßen eine Brücke zu bauen, indem sie sie gefragt hat, ob sie nicht auch ihre Schuhe ausziehen möchte, damit die beiden eine Taktik fahren können, bei der sie sich lautlos an uns anschleichen. Das als Begründung anzuführen war tatsächlich etwas dünn, da permanent Musik lief und Emma zögerte anscheinend auch im ersten Moment. Aber Nadine sagte dann nur noch sowas wie "Außerdem wären wir dann alle auf Socken, ist doch lustig!" und das reichte für Emma, um sich ihre Schuhe ebenfalls auszuziehen. Das fand ich schon irgendwo bemerkenswert, beneidete Nadine da aber auch einen Moment lang um ihre social skills, seufz.
Aber egal, ab da spielten wir jedenfalls alle auf Socken und ich war sehr, sehr glücklich damit! Das einzige, was man halt so ein bisschen ausblenden musste, war der Boden. Denn natürlich trug jede Person mit Straßenschuhen auch Schmutz von draußen in die Arena und entsprechend sah der Boden halt auch aus. Wobei wir das während des Spielens gar nicht so wirklich wahrnahmen. Außerdem war der Boden immer noch deutlich besser war als der bei dem Club-Erlebnis. :)
Unser 2 gegen 2 endete dann ein paar Minuten später und unser letztes 15 min.-Spiel begann. Wir waren eigentlich davon ausgegangen, dass es beim Modus 2 gegen 2 bleibt und hatten neue Teams bilden wollen. Aber aus welchen Gründen auch immer startete das System für diese 15 min. automatisch ein "Alle gegen Alle". Damit waren wir aber auch fine und um keine Zeit zu verlieren, legten wir direkt los. In diesem letzten Spiel wurde dann nochmal sehr klar, dass Nadine und Freya schon deutlich besser in dem Spiel sind als Emma und ich und Freya hatte am Ende auch die meisten Treffer gelandet. Dennoch machte es uns allen sehr viel Spaß - und wir blieben auch alle auf Socken. <3
Auch als dieses letzte Spiel rum war, zogen wir unsere Schuhe nicht direkt wieder an, sondern gingen so wie wir waren in die Umkleide. Die war eh die nächste Tür neben dem Ausgang der Arena. Da fragte uns auch nochmal eine Mitarbeiterin, wie es uns gefallen hat und wir meinten, dass es viel Spaß gemacht hat. Dass wir unsere Schuhe in der Hand trugen bzw. an Gürtel oder Hose festgebunden kommentierte sie zwar nicht, sie lächelte aber freundlich, also denke ich mal, dass sie jetzt kein Problem damit hatte. In der Umkleide waren auch Spinde, wo wir vorher unsere Jacken und Taschen eingeschlossen hatten. Die holten wir jetzt wieder raus und atmeten alle erst nochmal ein bisschen durch. Dann zogen wir uns in Ruhe wieder Schuhe und Jacken an und verließen das Lasertag.
Danach waren wir dann noch zusammen was essen und haben uns dabei natürlich auch nochmal über das Lasertag unterhalten. Auch den anderen hatte es auf Socken gut gefallen (wobei wir hier jetzt doch auch nochmal über den Boden redeten; der war praktisch der einzige negative Aspekt) und, naja, ich war einfach sehr glücklich darüber, dass solche Erlebnisse in meinem Freundeskreis überhaupt möglich sind. <3
Das war es dann auch von diesem Erlebnis. Soweit von mir, wie immer: Kommentiert gerne und wenn ihr Fragen habt, dann fragt. :)
Liebe Grüße, Regina
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