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 Wie gefährlich ist eine Safari? 29.06.2018 (09:57 Uhr) HPB
Kurzes YouTube-Video dazu: Wie gefährlich ist eine Safari?

Wie gefährlich ist eine Safari?

Wenn man das Internet durchforstet, findet man diverse Hinweise auf sehr gefährliche Begegnungen zwischen Mensch und Tier. Einige Videos zu diesem Thema gingen regelrecht viral durch das Netzwerk.

Sehr bekannt ist die Fahrt eines Ehepaares auf einer Straße in Assam, Indien. Ein Nashorn ist auf einer Landstraße und zu Recht haben die Autofahrer größten Respekt davor. Immer wieder setzt das Nashorn an, um sich mit den Autos zu messen. Die Autofahrer tun gut daran, rechtzeitig zu wenden. Einer schafft es sogar ganz verwegen, an dem Nashorn vorbei zu ziehen. Schließlich dreht das Nashorn ab. Es ist nichts passiert. Aber das hätte definitiv anders ausgehen können, wie diese Bilder aus dem Etosha Nationalpark in Namibia zeigen. So ein Nashorn-Angriff ist gar nicht gut für den Lack.

Ein weiteres sehr bekanntes Video zeigt einen Elefanten, der den Verkehr auf einer Straße in Indien zum Erliegen bringt. Dem Fahrer hat jemand eingetrichtert, die Angriffslust des Elefanten nicht noch zu steigern, indem er panikartig flieht. Er meinte, der Elefant würde dann nachsetzen. Das könnte sogar stimmen. Der Elefant ist da in einer ganz merkwürdigen Stimmung, nicht einmal wirklich aggressiv. Nur tröstet das den Fahrer so gar nicht. Das Ausharren in der Nähe des Elefanten ist diesem Auto gar nicht gut bekommen. Gut, dass ich seine Werkstattrechnung nie gesehen habe.

Die nächsten Aufnahmen stammen aus dem Gir-Nationalpark, dem einzigen Ort, an dem es in Indien noch Löwen gibt. Und der hält das Auto wohl für einen Büffel, den er jagen will.

Es ist allerdings kein Zufall, dass die allermeisten Beispiele solcher Videos aus Indien stammen. Der Pharmakologe Dr. Juan Carlos Leza hat gemeinsam mit Zoologen in Studien nachgewiesen, dass Stress die Tiere aggressiver macht und zu Verhaltensweisen führt, die sie sonst nie zeigen würden. Zu viele Menschen in ihrem Lebensbereich ohne ausreichenden Rückzugsraum verursacht solchen Stress. Die dabei ausgeschütteten Botenstoffe entsprechen solchen wie bei Rivalenkämpfen.  Der Stresslevel ist mithin der selbe. Wenn wie in Indien in einem Nationalpark mehr als 400.000 Menschen leben, so steigt dadurch das Risiko für Konflikte zwischen Mensch und Tier nicht nur, weil diese sich so auch häufiger begegnen. Die Tiere sind durch die Eingriffe in ihren Lebensraum bereits in ihrer Grundstimmung gereizt und reagieren deshalb nicht mit dem sonst üblichen Ausweichen. In Kenia gibt es glücklicherweise noch zahlreiche Nationalparks mit einem nicht zu dichten Straßennetz. Dadurch haben die Tiere Rückzugsräume und kommen gar nicht erst in solche Stresssituationen. Entweder ignorieren sie den Menschen oder weichen ihm gänzlich aus. Das funktioniert auf Dauer aber nur, wenn alle auf den vorgesehenen Straßen bleiben und den Tieren nicht in ihre Rückzugsgebiete folgen.
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