Hallo zusammen,
vor etwa 10 Jahren wurde ich auf eine neue Dienststelle versetzt und machte Bekanntschaft mit der dort beschäftigten Putzfrau namens Margit. Sie war ca 40, mollig, gutaussehend und für jeden Blödsinn zu haben. Ihr schmutziger Arbeitskittel und ihre Birkenstockimitate waren jedoch ebenso wenig aufreizend wie ihre Straßenkleidung.
Doch eines Dezembermorgens, es herrschte echtes Sauwetter, hörte ich im Vorraum hohe Absätze auf dem Keramikboden klappern. Wie ferngesteuert rannte ich zur Tür und sah Margit, als sie in Richtung Umkleideraum stöckelte. Sie trug sehr schöne (wenn auch sehr altmodische) schwarze, kniehohe Lederstiefel mit hohen Absätzen, wie sich später herausstellte, Größe 38. Ich folgte ihr, um sie in ein Gespräch zu verwickeln. Ich wünschte ihr einen guten Morgen und machte ihr ein Kompliment hinsichtlich ihrer Kleidung. Ihr Gesicht färbte sich rot, da sie sich vermutlich für ihre altmodischen Stiefel genierte und rechtfertigte sich dahingehend, dass eben sehr nasses, schlechtes Wetter sei und sie deshalb ihre ältesten Stiefel tragen würde, um die neuen zu schonen. Ihre finanzielle Lage sei nicht die beste und ich solle mich bloß nicht lustig machen. Ich entschuldigte mich und konnte ihr irgendwie glaubhaft machen, dass ich von ihrem Schuhwerk (gelinde gesagt)sehr angetan sei.
Etwa eine Stunde später, als sie mein Büro reinigte, kamen wir wieder auf die Mode und ihre Stiefel zu sprechen. Sie ließ mich wissen, dass dies die letzte Saison für diese Stiefel sei, da sie sehr ausgelatscht seien, die Sohle schon sehr dünn wären und sich eine Reparatur nicht mehr auszahlen würde. Ich wollte sie umstimmen und davon abzubringen, die Stiefel zu entsorgen, was mir aber nicht gelingen wollte.
Ich glaube, sie trug mir zu Liebe nun täglich diese alten Stiefel, stellte sie in ihrem ebenerdig gelegenen Umkleideraum ab und reinigte erst das Obergeschoss, um mir die Stiefel zu überlassen. Sie waren sehr stark getragen und da sie zu Fuß zur Arbeit ging, oftmals sehr nass.
Im April erfuhr ich, dass Margit den Arbeitsplatz wechseln würde und schließlich kam der letzte gemeinsame Arbeitstag. Margit betrat mein Büro; sie verzichtete an diesem Tag auf ihre Birkenstocks und trug zum schmutzigen Arbeitskittel die schwarzen Lederstiefel. Nach den Entleeren der Papierkörbe kniete sie sich plötzlich hin, um die Sockelleisten zu waschen. Bei dieser Aktion zerriß beinahe meine Hose, als sich Margit kniend durch das ganze Büro bewegte und die Schuhspitzen der Stiefel auf den rauhen Keramikfliesen scheuerten. Das Geräusch machte mich wahnsinnig und ich hob in sitzender Position beinahe den Schreibtisch. Sie reinigte die Sockelleisten äußerst gewissenhaft, lächelte mir mehrmals zu und ließ ihre Stiefel immer betonter über die Fliesen gleiten. Nach etwa fünf Minuten verließ sie mein Büro um ihrer restlichen Arbeit nachzugehen. Um die Mittagszeit hatte sie ihren letzten Arbeitstag beendet, küßte mich zum Abschied und ersuchte mich, etwa nach 10 Minuten das Fenster im Umkleideraum zu schließen. Mir fiel auf, dass sie nicht ihre Stiefel trug, sondern bequeme Halbschuhe, dachte mir aber nichts dabei. Als Margit gegangen war und ich den Umkleideraum betrat, lagen die Stiefel im Papierkorb. Ich konnte es kaum erwarten, sie zu untersuchen. Sie waren völlig fertig und zwar war das Leder an den beiden Schuhspitzen und an den Ristbereichen sehr stark abgescheuert. Das Textilinnenfutter war nur mehr ansatzweise vorhanden und die Schäfte waren derart weich, dass sie in jeder Lage der Schwerkraft nachgaben.
Ich war vor Glück außer mir und verstand dies als Geschenk des Himmels. Übrigens, diese Stiefel besitze ich noch heute.
Beste Grüße,
Bernie
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