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(08.01.2017, 16:28 Uhr)

 
 
 Forum Gewaltfreie Kommunikation
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Sind die drei (wichtigsten) Prinzipien H1, H2 und H3 (in Kurzform: augenblicklich, absichtslos und ohne Wertung) - aus der Sicht Rosenbergs, Gens's oder Karstädts etc - Voraussetzung für GfK oder Ergebnis des Entwicklungsprozesses.
Heinz
Hallo Heinz,

für mich ist es am hilfreich, diese Prinzipien als "rote Fäden" zu betrachten - so verstehe ich auch den Begriff "Prinzip".

Als Voraussetzung für GfK betrachte ich, dass jemand bereit ist, sich mit diesen Prinzipien auseinander zu setzen.
Es ist in meinen Augen das (vielleicht nicht zu 100% erreichbare) Ziel (= die Vision) von GfK, immer absichtsloser, wertungsfreier und immer mehr am Augenblick orientiert sprechen zu können.

Die drei sind für mich Weg oder Methode, die ich benutze, um Worte in der "Fremdsprache giraffisch" zu finden; und um nicht die Wolfsworte benutzen zu müssen, die "meine Muttersprache sind" und mir immer zuerst einfallen.
Es ist für mich schwer (schriftlich) auf den Punkt zu formulieren was ich meine .... Nun:
GfK "funktioniert" eigentlich nur, wenn man Wertungen im Sinne von Urteilen (man könnte auch sagen Be-urteilen vs. ver-urteilen ) unterlassen kann. Denn - so meine Erfahrung - aus einem Urteil kommt immer(!) ein Impuls zur Verteidigung (wenn negativ) oder Gier (positiv) und das ist immer Konfliktträchtig. Solange Urteile vorhanden sind, ist Anhaftung an Vorstellungen vorhanden (und umgekehrt) und Anhaftung verbietet es, dem anderen Raum zu geben, der für GfK-Vorgäge nötig ist. (Man kann auch "Distanz" sagen.)
Eine reine GfK-Äusserung kann nur ohne Urteil funktionieren. Also wäre das Prinzip "ohne morlisierende Bewertungen" erst einhaltbar, wenn es einem möglich ist ohne moralisierende Bewertungen zu operieren.
Aber woher soll der Normalsterbliche das können???

Hier greift meine Kritik am Schulungsweg ein: GfK bietet zur Entwicklung dieser Fähigkeit keine Hilfmittel an - zumindest hab ich keines kennengelernt und nie davon gehört. Die "Formel" ist es nicht. Sie nicht formulieren zu können, ist ein Zeichen dafür, dass an moralisierenden Bewertungen festgehalten wird. Dies ist ein Mittel um bei genügender Wachheit und Bereitschaft zur Selbstkritik sich die eigenen inneren Vorgänge anzusehen. Aber was, wenn man sein Urteil gefunden hat?? Wie wird man es dauerhaft los???

Alles klar???
Viele Fragen ..
Heinz
Hallo Heinz,

meinst du mit "Schulungsweg":
Hilfsmittel, die einem helfen, das zu tun, was GfK empfiehlt? z.B. (nicht wertende) Beobachtung - Gefühl - Bedürfnis - konkrete Bitte zu formulieren?

Grüße von
Linde
Nein, das wäre nur eine kleine Methode auf dem Weg. Es gilt ja, sich weitreichend zu verändern. Das geht nicht einfach, nicht schnell und hat weitreichende Folgen, weil alte Selbstverständnisse und Gewohnheiten aufgegeben werden müssen. Diese gesamte Fülle abzudecken und begleiten über Jahre und Jahrzehnte, zu führen und anzuleiten, wie es der einzelne braucht, das mein ich mit Schulungsweg. Vielleicht so wie ein Musiker mit einem Meister jahrein, jahraus übt und Detail für Detail übernimmt (oder verändert).
Aber mein Verständnis kommt aus meiner Beschäftigung und Erfahrung  mit Yoga und Zen, in dem eben über Jahre eine Entwicklung von einem Meister begleitet und angeleitet wird - subtil, individuell und umfassend: um nicht auf halber Strecke stecken zu bleiben oder auf Irrwege zu kommen.

Heinz
Hallo Heinz,

ja, ich stimme dir zu: es geht um weitreichende Veränderung mit Aufgeben - eher Ersetzen, denke ich (i.S. von tiefer Einbrennen in die Gehirnstrukturen) - von alten Selbstverständnissen und Gewohnheiten.

Nach meiner Ansicht ist genau diese Veränderung (beim einen weitreichender, beim anderen oberflächlicher) notwendig, um die GfK (Beobachtung - Gefühl - Bedürfnis - Bitte) tatsächlich ausführen zu können; d.h. um evtl. jetzt noch vorhandene Schwierigkeiten (Hemmnisse, Blockaden) überwinden zu können.

Ich war immer enttäuscht bis verärgert, dass das von "selbsternannten Giraffen" nur sehr zögerlich zugegeben wurde. Ich freue mich, mich in unserer Diskussion über das Schwierige in der GfK austauschen zu können.

Im Gegensatz zu dir (? ist das so?) erwarte ich nicht von GfK, dass sie eine allumfassende und alleinige Methode für meinen persönlichen, weitreichenden Entwicklungsweg sein könnte.

Du schreibst, dass du dir aus Yoga und Zen Anstöße für deinen persönlichen Entwicklungsweg holst (?hattest du das so gemeint?).

Meine Vorgehensweise ist (ähnlich? vergleichbar? im Detail unterschiedlich?): ich benutze GfK als Vision, Zielvorgabe und "Diagnoseinstrument". z.B. wenn ich in Situation XY mein Bedürfnis noch nicht formulieren kann, frage ich mich, warum. Antworten auf diese Frage suche ich mit diversen anderen Methoden/Anregungen/Anstößen. GfK dient mir dann zum Testen zwischendurch, wieweit ich schon vorangekommen bin....

Hilfreiche Anregungen/Anstöße für mich persönlich sind z.B. Meditation, Lesen von Büchern (auch dein Handbuch u.ä. Zusammenstellungen), Gespräche, Seminare (z.B. Trauerseminar bei J. Canacakis, NLP-Seminar), Körperarbeit (z.B. Tai Chi) u.v.a.

Auf Wiedertanzen
Linde

In jedem Fall müssen die "Begleitmaßnahmen" subtil, individuell und umfassend sein, da stimme ich dir zu. Ich behaupte von mir selbst, derjenige zu sein, der ein solches Maßnahmenpaket nach genau diesen Kriterien für mich selbst (und für niemand anderen!) am besten zusammenstellen kann.

In der Tat, das sehe ich so: da GfK keine ständige Begleitung durch einen Meister bietet, bleiben viele auf halbem Weg stecken oder geraten auf Irrwege. Einige (wie ich), die das vermeiden wollen, gehen gelegentlich zu einem GfK-Seminar oder schließen sich einer regelmäßig zusammentreffenden Gruppe an. Ich habe von Erfahrungen gehört, dass solche Gruppen rasch auseinandergehen, wenn die Gruppenleitung nicht fachkundig ("meisterlich"?) genug ist....
SErvus Linde,
zunächst: weisst Du, dass das Forum (noch?) öffentlich ist, und mit der Angabe Deiner Adresse (im Absender/Autor) auch Deine volle Identität publik ist!??? ich vermeid sowas im Netz gerne - nur hier gehts für mich als Moderator nicht anders! Wenn Du willst, lösch ich diese Beiträge oder ändere sie - falls möglich.
Nun, freu ich mich, in Dir einer Vertrauten im Geiste gegenüberzu"sitzen", und den Austausch zu pflegen - danke.

Meine Übung ist tatsächlich aus dem fernöstlichen Bereich (falls Dich interessiert, näheres per Mail). Ich hatte wegen der Zitate in Rosenbergs Buch und der Anklänge in den Seminaren an die alten und neuen Meister, zunächst eine grössere Tiefe erwartet (Erwartungshaltung führt zu Enttäuschung, Frustration und Konflikt!!) und erst langsam festgestellt, wie schnell die Bremse reingehaun wird. Das ist der Anfangs-Grund, warum ich mich in der Szene nicht weiter engagiere. Es fehlt nämlich auch das Grundwissen über das "Dahinter bzw. das Tiefere" (trotz der wiedergegebenen Zitata - offenbar sind diese nicht verstanden, sondern nur wegen des Wohlklangs -oder so- auswendig gelernt und wiedergekäut.) So habe ich aus GfK etliche wertvolle Anstösse erhalten, dafür sei allen Dank, aber zu mehr taugts mir leider nicht...
nach einigem Austausch lese ich Deinen Beitrag so, dass wir uns tatsächlich in der Anschauung - über Schulungsweg - recht nahe scheinen. Aber das Wort alleine hat nicht gereicht, Es war nötig mein Denkumfeld darzustellen, damit die Übereinstimmung (bzw. deren Mass) festgestellt werden konnte - das ist Sinn und Zweck von "Definitionen" sieh dort.

"Aufgeben" geht neuronal ohnehin nicht, eben -wie Du sagst - nur ein "ersetzen" bzw. "überlagern": umso komplizierter ist der Vorgang...

"Nach meiner Ansicht ist genau diese Veränderung ...": damit sind wir an der Frage des "vorher" - "nachher", der 3 Kernprinzipien. Ich bin immer mehr für (hauptsächlich) "vorher". Denn: alles 3 sind eigentlich die Entwicklung, die Yogis und Buddhistische Meister, über Jahre und mit ausgetüpftelten und erprobten Methoden versuchen ihren Schülern beizubiegen. Die haben über 3000 Jahre Erfahrung darin und streben diese 3 Punkte an: absichtslos, hier und jetzt und ohne Wertung. Die Methode ist Meditation, um die Kraft zu haben, diese Veränderungen langsam geschehen lassen zu können etc..
Aus GfK habe ich  nette Hilfstechniken (siehe Handbuch) abgeleitet, die mir ein Bewusstwerden meiner Vorgänge erleichten. Erst nach dem Bewusstwerden kann ich wirklich modifizierend arbeiten .. etc.

Gruss Heinz

Da's da viel gibt, von dem ich keine Ahnung habe, vertrau ich der Erfahrung meiner Lehrerin (in der Kernentwicklung: und da heisst's auch: der eigenen Intuition vertrauen lernen -übrigens gar nicht so einfach!)

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